Es gibt keinen “Königsweg”

Natürlich gibt es nicht nur einen einzigen, den sogenannten “Königsweg”, um seinem Hund beizubringen, was er/sie machen soll. Und selbst, wenn man eine Methode gefunden hat, die zum Erfolg geführt hat, muss sie bei einem anderen (Hund und/oder Hundeführer) noch lange nicht funktionieren. Letztlich muss man ausprobieren, was am besten fruchtet.

Es gibt jedoch einige Grundregeln, an die man sich halten sollte, wenn man erfolgreich ausbilden möchte:

  • Man sollte bevor man auf den Platz oder in die Fährte geht, wissen, was man an dem Tag machen möchte. Es ist nicht zielführend, wenn man sich den Hund schnappt und auf den Platz geht und dann “mal macht”. Die Vorbereitung fängt mit einem Plan an, der auch von den äußeren Gegebenheiten abhängen kann wie z.B. Wetter oder auch anderen Hundeführern auf dem Platz. Wenn man den Plan hat, sucht man sich die Utensilien zusammen, die man benötigt, sucht sich gegebenenfalls eine Hilfsperson, falls man sie benötigt, bereitet den Platz vor (Bringholz, Galgen usw.) bzw. bespricht mit dem Helfer, was und wie gearbeitet wird, und DANN holt man den Hund aus dem Auto.
  • HundeSPORT heißt HundeSPORT, weil zumindest der Hund sich sportlich betätigt. Das bedeutet, dass der Hund gerade bei kälteren Temperaturen aber auch bei Wärme, aufgewärmt werden muss. Der Hund sitzt einige Zeit im Auto bevor es losgeht, er muss nicht nur die Möglichkeit zum Lösen bekommen, sondern Muskeln und Bänder müssen aufgewärmt und gedehnt werden, bevor es losgeht. Das verhindert unnötige Verletzungen.
  • Ich arbeite nur mit Personen, denen ich vertraue und sie werden genau eingewiesen, was und wie ich es möchte. Dies gilt natürlich insbesondere für den Figuranten, da es gerade im Schutzdienst Situationen gibt, wo der Helfer schnell reagieren muss. Im Zweifelsfall lass ich den Helfer abschenken und es gibt ein Aus und Platz als Ruhephase für den Hund und ich kläre etwas, was mir nicht klar war.
  • Hunde verarschen nicht. Kein Hund geht auf den Platz und überlegt sich, wie er wohl am besten den Hundeführer zur Weißglut bringen kann, damit er ordentlich einen auf den Kopp kriegt. Hunde tun immer nur das, was sich für sie lohnt. Lohnt sich die Ausführung einer Übung nicht (immer mal wieder), dann tun sie sie auch nicht. Das bedeutet zum einen, dass sich die Belohnung, die ich mir für den Hund ausgedacht habe, für diesen auch wirklich als Belohnung wahrgenommen werden muss, und zum zweiten bedeutet es, dass meine Belohnung BESSER sein muss, als das was sich sonst noch auf dem Platz befindet. Das kann von Hund zu Hund unterschiedlich sein und ist auch abhängig von der jeweiligen Tagesform. Werden Übungen schlecht oder sogar komplett falsch ausgeführt, dann muss ich mir Gedanken machen, denn irgendwas scheint beim Hund nicht angekommen zu sein. Er macht es nicht absichtlich falsch, um uns zu ärgern, eigentlich will er schließlich seine Belohnung erreichen. Ich muss also darüber nachdenken, ob er
    • eine viel bessere Belohnung erhält, wenn er es falsch macht (z.B. findet er es sehr viel besser mit dem Bringholz über den Platz zu fetzen, als es zurückzubringen und dafür ein Stück Trockenfutter zu bekommen),
    • er hat in der Vergangenheit auch für die falsche Ausführung eine Belohnung erhalten (z.B. weil man öfter auch ein schiefes Sitzen belohnt hat, weil man froh war, dass der Hund überhaupt saß und gehofft hat, es gibt sich schon mit der Zeit (tut es nicht…) oder
    • der Hund ist körperlich nicht in der Lage die Übung auszuführen. Diesen Punkt sollte man innerlich natürlich zuerst abprüfen, wenn etwas nicht klappt. Hierbei muss es nicht mal eine sportliche Höchstleistung sein, die gefordert wird, selbst ein korrektes Fuss mit erhobenem Kopf und untertretender Hinterhand kann ein Problem darstellen, wenn der Hund eine Erkrankung der Wirbelsäule oder Hüfte hat.

IM ZWEIFEL FÜR DEN HUND!