Diskussion mit Jägern

Immer mal wieder Diskussionen mit Jägern…

Die unterschiedlichen Interessen von Jägern und Hundeführern führen immer dort zu Problemen, wo Intoleranz für die andere Position das Handeln be­stimmt. In einem guten Dialog und Verständnis für die gegenseitige Position fin­det sich im Regelfall ein gutes Nebeneinander. Nicht nur Jäger, sondern auch wir Hundeführer können einiges dazu beitragen.

Trifft man allerdings auf verständnislose Jäger, kann die hier folgende inhaltli­che Wiedergabe helfen, eine persönliche Bewertung zu finden, die sehr hilf­reich in der Argumentation sein kann.

Mit der Jagdpacht ist kein Besitz- und Nutzungsanspruch auf die im Jagdrevier lie­genden Grundstücke verbunden (§ 11 Bundesjagdgesetz). Der Jagdpachtvertrag ist ein schuldrechtli­cher gegenseitiger Pachtvertrag im Sinne des § 581 BGB. Damit ist die Jagdpacht keine Grund­stückspacht, sondern die Pacht des Rechts, die Jagd auszuüben.

Der Jagdpächter ist berechtigt, die im Jagdrevier zu hegenden Grundstücke zu betre­ten und hat kein Mitbestimmungsrecht darüber, wer die Flächen, die im Re­vier liegen, sonst noch betreten darf. Es sei denn, er ist gleichzeitig Eigentü­mer dieser Flächen. Eigentümer von Flächen und damit in der Regel die Land­wirte haben das alleinige Recht, das Betreten von Grundstücken zu erlauben.

Jagdrevierpächter genießen keinen Besitzschutz (§§ 859 ff BGB) und haben nicht das Recht, Hundeführer vom Gelände zu vertreiben oder diese am Betreten des Re­viers zu hindern. Das gilt auch für den Fall, dass durch die Anwesenheit die Jagd selbst gestört oder gar die Jagdausübung ganz verhindert wird.

Soweit eine Klarstellung der Rechtslage. Wir sollten als gute Hundeführer dafür sor­gen, dass derartige Diskussionen erst gar nicht nötig sind. Wichtig ist, dass der Eigentümer (Landwirt) vor dem Betreten des Geländes gefragt wird und ein Ein­verständnis vorliegt. Einen Revierinhaber vorher zu informieren, schadet si­cher nicht und bringt in der Regel eine gute Beziehung.

Wir sollten auch die gesamte Jägerschaft nicht in schlechten Ruf bringen, es sind meist auch hier nur die “schwarzen Schafe”, die es in jeder Gruppe offensicht­lich gibt Die Masse der mir bekannten Revierinhaber stehen uns als Hun­deführer positiv gegenüber – Ausnahmen bestätigen die Regel.